Edelkorund -weiß
Edelkorund weiß ist ein synthetisches Mehrweg-Strahlmittel auf Grundlage von α- Aluminiumoxid. Das Strahlmittel ist sehr rein, chemisch inert und scharf-kantig. Außergewöhnlich ist auch seine Härte – es ist das vierthärteste Material nach dem Diamanten.
HOCHREIN UND EXTREM HART
Das hochreine Strahlmittel besteht zu über 99,7% aus kristallinem Aluminiumoxid (α-Al2O3) und ist praktisch eisenfrei. Edelkorund weiß hat durch seine vieleckige Kornform und extreme Härte eine hohe Abtragleistung und Schleifwirkung. Mit seinem aggressiven Betriebsverhalten können einerseits hohe Flächenleistungen realisiert werden, andererseits können Werkstücke gestrahlt werden, die selbst eine hohe Härte haben.
Im Vergleich zu kantigem Edelstahlstrahlmittel haben Korunde eine sehr hohe Break-Down-Rate, erzeugen beim Strahlen viel Staub und verursachen einen hohen Maschinen- und Komponentenverschleiß.
HOHER VERBRAUCH – VIEL ABFALL
Aufgrund seiner hohen Reinheit und Härte ist weißer Edelkorund extrem spröde und nicht verformbar – entsprechend empfindlich ist er gegenüber Stoßbeanspruchungen. So kommt es beim Aufprallen auf die Oberfläche rasch zu einem Auseinanderbrechen der Körner, wobei sich erneut scharf-kantige Bruchstücke bilden. Damit bleibt das Strahlmittel einerseits auch nach mehreren Einsatzzyklen scharf und schleifend, andererseits verfeinert sich das Strahlkorn rapide und wird schnell unbrauchbar.
Durch die schnelle Abnutzung des Strahlmittels verändert sich folglich auch dessen Wirkung auf die zu behandelnde Oberfläche. So muss für ein stabiles technisches und wirtschaftliches Strahlen, das zerschlagene und unbrauchbar gewordene Strahlmittel kontinuierlich abgesondert und ersetzt werden, was zwangsläufig mit hohen bis sehr hohen Verbrauchs- und Abfallmengen einhergeht. Aufgrund dieser Betriebscharakteristik und Verschleißwirkung kann weißer Edelkorund ausschließlich in Druckluft-Strahlanlagen eingesetzt werden.
EINSATZGEBIETE von Edelkorund
EINSATZGEBIETE
- Reinigen und Aufrauen
- Entzundern
- Gussputzen und Entsanden
- Entlacken und Entschichten
- Entgraten und Verrunden
- Mattieren
- Hochlegierte Stähle
- NE-Metalle
- Kunststoffe und Verbundmaterial
- Glas
PHYSIKALISCHE EIGENSCHAFTEN
- Farbe: weiß
- Schmelzpunkt: 2055° C
- Härte (Mohs): 9
- Härte (Knoop): 21 kN/mm²
- Kornform: kantig, splittrig
- Spezifisches Gewicht: 3,95 g/cm³
- Schüttgewicht: 0,8 – 2,1 g/cm³ (abhängig von Korngröße)
CHEMISCHE RICHTANALYSE
- Al2O3 > 99,7 %
- Na2O max. 0,20 %
- Fe2O3 max. 0,04 %
- Andere max. 0,10 %
KORNGRÖSSEN
Edelkorund weiß wird nach der europäischen Norm FEPA F für Schleifmittelkörper klassiert, aber auch in metrischen Abmessungen angeboten.
HERSTELLUNG von Edelkorund
Synthetischer Edelkorund wird aus kalziniertem Bauxitgestein mit hohem Aluminiumoxid-gehalt in einem 3-stufigen Prozess gewonnen. Im ersten Schritt wird gemahlener Bauxit mittels Natronlauge in Suspension gebracht. Unter Druck und hoher Temperatur findet in einem Reaktionsbehälter der Aufschluss statt, bei dem die Lauge die Aluminiumverbindungen aus dem Bauxit herauslöst. Nach weiteren chemischen und physikalischen Prozessschritten erhält man Aluminiumhydroxid. Bei Temperaturen von mehr als 1000° C findet in einem nachgeschalteten Kalzinierprozess die Entwässerung und Reduktion zu Aluminiumoxid statt
Andere Bauxitbegleiter, wie unlösliche Eisen- und Schwermetallverbindungen verbleiben in der alkalischen Suspension und werden als Rotschlamm abgelagert und als Sondermüll deponiert.
Das so gewonnene Aluminiumoxid wird in einem energieintensiven Schmelzprozess bei Temperaturen von mehr als 2.100°C zu synthetischem Edelkorund (α-Al2O3) modifiziert. Fertigungsbedingt gehören Edelkorunde deshalb zur Familie der Elektro-Korunde (ELK). Im Anschluss wird die Korundschmelze in Blockformen abgegossen, damit sie über mehrere Tage hinweg abkühlen und erstarren kann. Die Korundblöcke werden in Brechern und Mühlen zu Granulaten zerkleinert und durchlaufen weitere Reinigungsschritte. Im Anschluss wird der Edelkorund gesiebt und in Korngrößen klassiert.